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Vor einiger Zeit hatte ich ein Gespräch mit einer Freundin. Es ging um die Schichtarbeit meines Mannes und die Organisation unseres Alltags, welche etwas kompliziert ist.

Wer diesen Eintrag Schichtdienst gelesen hat, weiß um was es geht.

Nach dem Gespräch fühlte ich mich sehr unwohl, es ging darum, dass mein Mann in letzter Zeit sehr müde wirken würde, dass das alles ja nicht so einfach für ihn wäre und so weiter. Er bräuchte ja auch einmal Zeit für sich etc…

Ich versuchte klar zu machen, dass nicht nur mein Mann unter der Situation leidet, sondern auch ich, und an den Kindern geht der doch sehr unregelmäßige Wochenablauf auch nicht spurlos vorbei.

Vorauf ich hinaus will ist, dass es selbstverständlich scheint, dass der Mann Freizeit ohne Kind und Kegel nötig hat, und diese Zeit ihm ohne wenn und aber zusteht. Bei uns ist es nun so, dass ich der Fixpunkt bin und total abhängig von den Arbeitszeiten meines Mannes bin. Es geht hier nicht um Wochenenden in irgendeinem Wellnesstempel, es geht um ein bisschen Freiraum im Alltag.

Durch die Schichtarbeit kommt mein Mann nun regelmäßig in den Genuss ein paar Stunden für sich zu haben… Manchmal beneide ich ihn um die freien Vormittage, an denen er einfach nur nach sich schauen kann. Natürlich hilft er auch im Haushalt, aber er hat eben auch mal Zeit in Ruhe einen Kaffee zu trinken, eine Zeitung zu lesen oder etwas Musik zu machen.

Ich arbeite auch, bald auch wieder mehr, und sobald ich aus dem Büro gehe, hetze ich zu den Kindern. Oma’s und Opa’s sind unter der Woche nicht verfügbar, also hängt sogar mein Stündchen Sport die Woche immer vom Arbeitsplan meines Mannes ab. Manchmal ein wenig frustrierend. Lesen ist so am Tag überhaupt nicht drin, und sogar wenn ich das Klo putze habe ich manchmal ein schlechtes Gewissen, weil die Kinder ja eigentlich mit mir spielen wollen.

Nun frage ich mich warum ich mich nach diesem Gespräch so mies gefühlt habe. Muss ich mich wirklich gegenüber einer Freundin rechtfertigen, wenn ich ein bisschen mehr Zeit für mich möchte? Bin ich deswegen ein Egoist? ( Die Frage habe ich  meinem Mann auch gestellt, er hat überhaubt nicht verstanden warum ich mich das frage, wenn das so wäre würde er mir das schon mitteilen!) 🙂

Ich habe doch mit der Geburt meiner Kinder nicht meine Bedürfnisse und mein Ich abgelegt. Sicher stellt man sich selbst hinten an und besonders am Anfang zählen quasi nur die Bedürfnisse des Kindes, aber irgendwo bin ich ja auch noch Frau und nicht nur Mutter.

Wieso ist Freizeit für den Mann selbstverständlich wohin gegen Frau sich sogar gegenüber Freundinnen rechtfertigen muss? Ich bin der Meinung, je zufriedener und ausgeglichener ich bin je besser bin ich auch als Mutter. Das kommt dann der ganzen Familie zugute!

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