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Liebes Mummelchen,

Nun bist du schon 3 Jahre alt. Schon lange wollte ich deinen Geburtsbericht, den ich vor knapp 3 Jahren schrieb hier festhalten. Jetzt schien mir der passende Moment zu sein. Nach deiner Party gestern finde ich heute endlich die Zeit dafür.

Der Tag vor deiner Geburt war schon sehr aufregend. Ich wurde gegen 2.00 Uhr  von Wehen geweckt. Ich wartete noch ein bisschen ab bevor ich Papa weckte. Dein Vater und ich waren schon sehr aufgeregt und trotzdem auch irgendwie ruhig, voller Vorfreude. Ich stieg noch in die Badewanne um zu sehen ob es auch echte Wehen sind und dann haben wir einen Spaziergang gemacht, mittlerweile war es  7.00 Uhr! Gegen 10.00 Uhr fuhren wir dann ins Krankenhaus. CTG, Untersuchung… Nichts mehr! Schon während der Fahrt hatte ich gemerkt, dass die Wehen nachließen. Genau diese Situation wollte ich vermeiden! Ein Fehlalarm!

Wir wurden wieder nach Hause geschickt, was essen, zwei Stunden später sollten wir zurück kommen um zuschauen was sich so tut. Deine Oma empfing uns, hatte gekocht und wir aßen auf der Terrasse, es gab Würstchen mit Kartoffelsalat, das Wetter war wunderbar. Ich konnte nicht viel essen, hatte immer mal wieder Wehen, war nervös… Dein Vater und ich machten noch einen Spaziergang im Wald, genossen die Ruhe, den Sonnenschein, die Wärme. Später fuhren wir dann zurück in die Maternité, wo man mir bestätigte was ich bereits wusste, keine ernst zunehmenden Wehen. Also ab nach Hause. Gegen 5 Uhr kamen wir zu Hause an und was soll ich sagen, kaum legte ich mich hin, Wehen! Regelmäßig alle paar Minuten, noch gut auszuhalten, und so beschloss ich abzuwarten, die würden mich ja für blöd halten… Typisch Erstgebärende eben.

Um 2 Uhr nachts sind wir dann wieder im Kreißsaal empfangen worden. Ich hatte keine Minute geschlafen und fühlte mich trotzdem topfit. Eine Hebamme hat uns in Empfang genommen, untersucht, erneut ein CTG gemacht und ja du warst wirklich unterwegs zu uns. Endlich! Der Muttermund war 5 cm offen, die Wehen kamen alle 5 Minuten. Die Hebamme ließ mir die Wanne ein und da saß ich dann, dein Papa war bei mir, er war ruhig und gefasst und sehr sehr lieb zu mir. Auch als mir übel wurde, ich mich übergeben musste und die Wehen immer stärker wurden, verlor er die Ruhe nicht. Irgendwann platzte die Fruchtblase bei einer Untersuchung und die Wehen wurden heftig.

Nach einer Weile bat die Hebamme mich aufzustehen, ein paar Schritte zu gehen, zur Toilette, damit du die letzten Zentimeter tiefer rutschst. Es war so gemütlich in der Wanne, gedämpftes Licht, leise Musik, Ayo und Norah Jones, es war einfach nur schön. Ich habe dann doch auf die Hebamme gehört und bin zwischen 2 Wehen brav aus der Wanne raus auf die Toilette. Sie wollte in der Zwischenzeit frisches Wasser einlaufen lassen.

Irgendwie fand ich mich dann in einem anderen Kreißsaal auf einem Bett wieder, wo ich warten sollte, bis das Wasser eingelaufen war.

Plötzlich ging alles sehr schnell, ich wollte unter keinen Umständen mehr aufstehen, wo ich doch eine Wassergeburt geplant hatte, brachten mich jetzt keinen zehn Pferde mehr von diesem Bett. Ich wollte nur noch, dass du kommst. So war es dann auch, ein paar mal pressen und du warst da.

Am 3 Juni 2009 um 7.16 Uhr hast du das Licht der Welt erblickt. Klein, 2970 Gramm und 50 cm, mit großen, schwarzen Augen und vielen dunklen Haaren hab ich dich entgegen genommen. Du hast sehr verwundert geschaut. Du warst verschmiert und verschrumpelt, winzig und verquollen und trotzdem das Schönste was ich je gesehen habe. Vom ersten Moment an bin ich übergesprudelt vor Glück, Liebe und Stolz. Genau wie dein Papa, der hat souverän die Nabelschnur durchgeschnitten und war einfach nur stolz auf mich, die die Geburt ganz natürlich durchgestanden hat, und auf dich sowieso. Wir waren einfach nur froh dich gesund und munter in den Armen halten zu dürfen. Ich habe dich dann auch gleich angelegt und du hast wie ein Weltmeister getrunken. Unser Glück war perfekt und wir haben dich mit all unserer Liebe willkommen geheißen. 

Liebes Mummelchen noch heute bin ich sehr sentimental wenn ich an deine Geburt zurückdenke, ich erinnere mich immer gerne an diese Tage. Du hast unser Leben derart bereichert. Du warst so ersehnt, wir haben lange auf dich gewartet und nicht immer war dieser Weg zu dir einfach, aber nie habe ich die Hoffnung aufgegeben und auch heute würde ich den Weg immer wieder gehen nur um dich in unserem Leben, in unseren Herzen willkommen heißen zu dürfen.

Du bist liebenswürdig, wach, neugierig und intelligent. Du springst, lachst, tanzt, tobst und kletterst wie eine Große. Du machst leidenschaftlich gerne Puzzles. Du liebst deine Schwester innig, verteidigst und beschützt sie, du bist eine tolle große Schwester. Du sprichst wie ein Wasserfall und du bist ein wilder Trotzkopf, du hast deine Meinung und verteidigst sie, wenn es sein muß mit Händen und Füßen. Du bist ein Schatz. Du machst uns froh und stolz.

Ich, wir haben dich sehr lieb, bis zum Mond und wieder zurück. Immer.

Deine Mama

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