Das Millchen zahnt, ich fühle mich wie Don Quichotte beim Kampf mit der Bürokratie den Windmühlen, nichts wirklich gravierendes, erwähnenswertes tut sich im Moment.

Ich bin die letzten Tage sehr ruhig. Ich weiß nicht ob es an der Müdigkeit liegt oder dem Wetter, an der belastenden Situation mit meinen Eltern oder einfach dem Warten darauf, dass was passiert. Alles läuft so vor sich hin, manchmal holpert es ein wenig, um dann einfach weiter zu laufen. Langweilig irgendwie. Ich würde gerne den Knopf zum Vorspulen finden, ich sehne mich nach unserem  Haus, die Elternzeit meines Mannes kann ich kaum erwarten. Andererseits genieße ich die ruhigen Tage, treibe Sport, treffe Freunde, verbringe Zeit mit meinen Mädels, staune über ihre Fortschritte.

Das Geschick des Mummelchens beim Klettern und Turnen, Ihre Entwicklung zu einem kleinen Mädchen mit viel Persönlichkeit und Charme. Ihre Unabhängigkeit, ihre Empathie und ihre Fürsorge… Immer mehr wird sie zu einem Mädchen, weg vom Kleinkind. Sie versucht sehr kooperativ zu sein ( würde Jesper Juul jetzt wohl so sagen) und ist sehr feinfühlig. Ich beobachte sie und freue mich darüber immer mehr Charakterzüge zu entdecken die vielleicht auf die junge Frau hinweisen die sie einmal sein wird. Mein Mäuschen wird groß. In der Kita fühlt sie sich im Moment nicht mehr wohl, ich denke sie ist ein wenig unterfordert und hoffe, dass sie in der Vorschule ausgelasteter und vor allem froher sein wird. Es fällt mir schwer sie hin zubringen. Wenn sie dann weint oder ein wenig verloren bei der Erzieherin auf dem Schoss sitzt, wenn ich gehe, das macht traurig. Gerne wäre ich in diesen Momenten Hausfrau und Mutter.

Das Millchen zahnt und ist mal charmant und ausgeglichen und mal ein kleiner Wüterich, der an mir klebt und mich in den Wahnsinn treibt.
Sie spricht immer mehr, klettert ihrer Schwester  hinterher und entwickelt sich demnach prächtig und vor allem schnell. Madam fährt furchtlos Roller, rutscht von jeder Rutschbahn und wenn Mama mal nicht schnell genug ist, klettert sie waghalsig auf den höchsten Turm. Sie ist fröhlich und süß und absolut liebenswert, aber wehe es geht nicht wie sie will, dann kriegt man einen kurzen jähzornigen Trotzanfall deluxe geliefert. Allerdings verziehen sich die Gewitterwolken genau so schnell wieder und der kleine Sonnenschein blitzt einen durch verschmitzte blaue Augen an, so dass man ihr nie etwas übel nehmen kann. Eine interessante Mischung.

Ich schaue, staune und genieße und versuche vor allem meine Ungeduld in den Griff zu bekommen.  Ich fürchte es ist die bekannte Ruhe vor dem Sturm.

Wir werden sehen.

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