Schlagwörter

, , , , , , , , ,

Morgens, so gemütlich um 6 Uhr, wenn beide Kinder noch friedlich schlummern, in unserem Bett mal wieder, und ich weiss, dass wenn ich jetzt den grossen Zeh unter der Decke rausstrecke das Gebrüll losgeht, weil die Kleinen einen Sensor haben,wenn ich mich von ihnen entferne,  besonders das Millchen im Moment, dann spüre ich die Last des Tages und des ganzen Lebens auf den Schultern. Ich bin kein Morgenmuffel und normalerweise auch nicht knatschig wenn ich aufstehe. An Tagen wo ich aber schon im Zeitdruck bin sobald ich einen Fuss auf den Boden gesetzt habe, egal ob den Linken oder den Rechten, da brauche ich einen Moment um die Nebel zu lichten und das Gute zu sehen.

Heute gelang es mir tatsächlich mich aus dem Zimmer zu stehlen und zu duschen bevor das Millchen wach wurde Ich konnte sogar das Frühstück zu Hälfte vorbereiten, bis ich einen dumpfen Schlag im Schlafzimmer hörte, gefolgt von Weinen. Das Millchen war aufgestanden und über den Schlafsack gestolpert, das Mummelchen schlief noch.

So habe ich das Millchen zwischengeparkt, ihre Milch fertig gemacht, alles mit der Zeit im Blick und schon jetzt unheimlich gestresst! Ich hasse das! Was ich auch mache, wie auch immer der Arbeitsplan meines Mannes aussieht, seit die Kinder wieder weniger in die Kita gehen, laufe ich der Zeit irgendwie hinterher. Spätdienst ist Mist, weil die Tage für mich sehr lang sind, ich versuche sehr früh im Büro zu sein,um so eine Stunde vorzuarbeiten, weil ich früher gehen muss, um die Mädchen abzuholen, Frühdienst und Nachtdienst sind auch doof, da muss ich die Kinder in der Kita absetzen, so wie heute und da schaffe ich es nicht vor halb 9 im Büro zu sein. Halbe Stunde verloren! Mein Mann dürfte folglich gar nicht arbeiten und auch das wäre nicht gut, dann würde es mir ja noch schwerer fallen morgens aus den Federn zukommen.

Ihr seht, ein Teufelskreis und nicht zu ändern. Also beschloss ich dem Gedankengang ein Ende zu setzen, es ist wie es ist, Überstunden sind so unmöglich anzusammeln und die Hauptsache ist, ich schliesse den Monat nicht mit zu wenig Stunden ab. Das nahm mir dann auch heute wirklich etwas den Druck.

So genoss ich es dem Millchen den nackten Bauch hauchzart zu küssen, was sie zum glucksen und strahlen bringt und sie immer „Mehr“ fordern lässt. Das Mummelchen wecke ich entspannt und trinke dabei einen Kaffee, um ihr die Zeit zu lassen die sie braucht. Das Mäuschen will Zöpfe! Kein Problem, mach ich auch noch. Das Millchen übergibt sich vom vielen Husten, macht Nix. Danach ist die Windel dann auch wieder voll, was soll s ich bleibe halbwegs entspannt. Das Müsli muss leider trotzdem mit ins Auto.

Draussen schüttet es wie aus Eimern, ich überlege wie ich die Kinder halbwegs trocken in die Kita kriege, erhasche schon einen Blick auf die Autobahn, auf der es staut und fange an doch ein kleines bisschen zu verzweifeln.

Derweilen scheint die Welt unterzugehen und die Nachrichten im Radio scheinen das auch vorherzusagen! Die Türkei hat Syrien bombardiert, nach Angriffen der Syrier … „Ich glaub die spinnen die Römer!“ Noch eine Firmenpleite hier bei uns und auch sonst Nix Schönes! Mit Mühe erhalte ich mir meine neu gewonnene Gelassenheit aufrecht! Was soll’s!

Die Kinder abgesetzt, noch mal geherzt und geküsst und weiter, auf in den Stau.

Im Büro dann ein Anruf von meinem Mann. Der katastrophale Arbeitsplan der nächsten Woche wurde geändert, fast alles löst sich in machbare Zeiteinteilung auf! Ich nutzte die Ruhe im Büro, um meine Schwiegermutter anzurufen. Sie erhielt vor einem Tag eine eher schlechte Diagnose vom Arzt, weitere Untersuchungen folgen, aber sie scheint sich vom ersten Schock erholt zu haben und bestätigt, dass sie die Kinder trotz allem am Wochenende nimmt. Mein Mann hat morgen Geburtstag, wir wollen etwas mit Freunden feiern und in unserem neuen Keller muss der Technikraum gestrichen werden!

Die Schwägerin darf endlich aus dem Krankenhaus, sie hat sich soweit erholt und dem kleinen Wikinger geht es ganz gut. Das ist schön!

Die Welt dreht sich weiter und irgendwie geht immer alles irgendwie. Wenn es mir gelingt, mir das ab und zu klarzumachen, ich manchmal die innere Kehrtwende hinkriege und vielleicht etwas weniger der Zeit hinterrennen möchte, dann dreht sie sich sogar schön weiter!

Advertisements