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Seit Februar ist mein Mann jetzt in Elternzeit. Für die Kinder bedeutet das einen regelmässigeren Tagesablauf, viel Familienzeit und viel freie Zeit zu Hause. Das Mummelchen kommt in den Genuss der langen Wochenenden, bis sie dann im September in den Kindergarten geht und da wird sie dann auch schulpflichtig. Das wird unser Leben noch einmal gehörig auf den Kopf stellen. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass mein Kund mir dann nicht mehr so ganz gehört und besonders, dass unsere Freiheit arg eingeschränkt wird. Wir müssen und werden uns aber sicher daran gewöhnen. So, zurück zur Elternzeit!

Der veränderte Rhythmus hat aber auch eine Umstellung mit sich gebracht an die besonders die Grosse arg zu kauen hatte. Es schien auf einmal so als wäre ich viel weniger zu Hause und im Vergleich mit Papa war ich das ja auch. Zudem habe ich, endlich mal in den Genuss von ein bisschen persönlicher Freiheit kommend, die Gunst der Stunde genutzt und bin manchmal in die Sauna gegangen, da kamen dann auch noch diverse Arzttermine hinzu, die ich nun auf die Nachmittage legte die der Liebste die Kinder hütete und so war ich ruck zuck des öfteren nicht da. Das Mummelchen hat das nicht ganz so locker weggesteckt. So habe ich beschlossen Arztermine nun eben dann auch mal morgens wahrzunehmen. Die Sauna werde ich weiter geniessen und für das Mummelchen überlege ich mir ab und zu ein Mama-Mummelchen Programm.

Als Familie hat uns die Elternzeit bisher viel Entspannung gebracht, ich bin abends nur noch sehr selten alleine und auch die freien Wochenende fühlen sich wie ein richtiger Luxus für mich an. Ich denke auch die Kinder geniessen diese Zeit unbewusst, verbringen wir doch sehr viele intensive Momente miteinander und nutzen unsere neue Freiheit oft für Besuche bei Freunden, Nachmittagen mit Freunden bei uns, Besuchen von Parks und Spielplätzen, ganz ohne Zeitdruck, das ist wunderbar. Ich kann es immer noch nicht glauben und freue mich jedes mal wenn wir bleiben können so lange wir wollen und spontan, oder Wochen im voraus, Pläne schmieden können, das macht mich richtig glücklich und den Liebsten auch. Ihm wird eine riesige Last von den Schultern genommen, er muss die Termine für Konzerte nur noch mit uns absprechen und muss nicht jedesmal bei der Arbeit anrufen und Ausnahmen erbitten.

Er spürt nun aber auch was es heisst immer da zu sein wenn die Kinder da sind, nur noch selten Momente alleine zu haben, welcher Stress es ist morgens die Kinder mitzunehmen UND pünktlich im Büro zu erscheinen. Er kriegt nun die geballte Ladung Familie ab und ich muss manchmal schmunzeln, wenn er ächzt und stöhnt und sage “ Willkommen im Club“.  Die Wochen an denen er nicht arbeitet fällt ihm auch ein grossteil des Haushalts zu, wobei ich ihn da natürlich nicht hängen lasse, trotzdem muss er jetzte mehr ran, ich wir sind da sehr emanzipiert. Gestern meinte er Staubsaugen läge nicht in seinen Genen, er hätte nie Lust dazu! Ich meinte nur ich würde ihm gleich zeigen was in meinen Genen liegt! 😉

Die grösste Umstellung für meinen Mann war effektiv weniger Freiraum am Tag zu haben und weniger Stunden für sich zu Hause zu haben. Die Regelmässigkeit bringt demnach auch Nachteile für ihn! Für mich nicht, ich schwelge im Glück und geniesse meine Freiheit und nicht mehr die „Alleinerziehende“ zu sein die verzweifelt an einem verregneten Sonntag versucht jemanden zu finden der sich ihrer und der Kinder erbarmt!

Mir wird erst jetzt bewusst wie sehr mich die letzten zwei Jahre gefordert und auch überfordert haben, so oft alleine mit zwei kleinen Kindern, dem Haushalt und arbeitend, habe ich ein bisschen Unterstützung oft vermisst.

So „schlimm“ scheint es dem Liebsten aber auch nicht zu gehen, plant er doch schon die Elternzeit für das Millchen gleich hintendran zu hängen und wenn möglich nicht mehr in den Schichtdienst zurückzukehren. Dafür muss Mutti dann aber mehr ran und im November dieses vermaledeite Examen schreiben und bestehen, dann wird es finanziell auch wieder etwas weniger angespannt, irgendwann! Emanzipiert, ich sachs ja!

So und hier noch ein paar Bildchen unseres Gartens Katastrophengebiets:

 

Wir haben am Nachmittag die Gartenabteilung des Baumarkts geplündert und dann die Sonne auf der “ Terrasse“ bis zuletzt genutzt. Ich habe in mein provisorisches Hochbeet Tomaten und Erdbeeren gepflanzt.  Geranien für die Fensterbänke bringen ein bisschen Farbe für das Häuschen. Ich hoffe die Tomatensetzlinge überleben den erneuten „Wintereinbruch“, ich habe die kleinsten an die Hauswand gerückt, um sie vor dem schlimmsten zu schützen. Mal sehen ob wir bald in den Genuss einer Ernte kommen. Der Salat und die Kapuzinerkresse wachsen fleissig und ich freuen mich über jedes Zentimeterchen. Mein Mann erträgt derweil  stoisch meinen Enthusiasmus!

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