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Ich bin wieder da. Endlich! Ich hoffe für länger, noch weiss ich nicht ob es überstanden ist.

Es? Mein Examen!

Es war hart, noch dazu, da ich wie so oft so einiges mitnehmen musste.

Fertig war ich ja eigentlich schon am 22 November, um 15.30 Uhr. Ich dachte ein Gläschen Sekt und ein erholsames Wochenende und alles ist gut.

Pustekuchen!

Ich war so richtig geschlaucht, erkältet, erschöpft und mit den Nerven ziemlich runter.

Und das war so…

Zwei Wochen vor der Examenswoche hatte ich Urlaub genommen. Wie einige vielleicht wissen, hat mein Mann einen Bandscheibenvorfall. Die Lage hatte sich am 3. November derart zugespitzt, dass wir wieder in der Notaufnahme eines Krankenhauses gelandet sind. Nach stundenlangem Warten, wollte man ihn vom Fleck weg operieren. In mir sträubte sich alles dagegen und mein Mann war ziemlich am Ende. Nach langen Diskussionen haben wir uns behauptet und  ich habe ihn wieder mit nach Hause genommen, mit einem riesen Stein im Magen und einer riesen Portion Angst ( vom Personal des Krankenhauses sehr verstärkt)

Am nächsten Morgen sind wir  zu seinem behandelnden Arzt gegangen. Dieser brachte uns viel Verständnis entgegen, erklärte lange verschiedene Optionen und liess uns eine wirkliche Wahl. Wir stimmten dann einer Op zu, die am Mittwoch den 6 November stattfand, die Schmerzen waren unerträglich  und die Angst vor chronischen Schmerzen sass uns im Nacken. So verbrachte ich die erste Woche lernenderweise beim Arzt, im Krankenhaus, mit Handwerkern zu Hause und mit den Kindern alleine. Gott sei Dank hatte ich viel liebe Unterstützung von Patenonkel, Bekannten und Freunden … das hat mir das Leben gerettet. Die OP ist scheinbar gut verlaufen und so konnte ich ihn schon am Freitag mit nach Hause nehmen. Wahnsinn. Ich kümmerte mich lieb um meinen Mann und versuchte irgendwie alles am Laufen zu halten. Der Haushalt lag total brach und so engagierten wir eine „sauteure “ Putzfirma die man auch spontan und nur für ein paar mal rufen kann.

Irgendwie verging die Woche schnell, ich spürte mich stark und voller Energie, wie das eben so ist, wenn man total unter Strom steht. Ich versuchte für die Kinder stark zu sein, damit sie keine Angst um den Papa haben mussten und so gut es ging noch etwas von all dem Stoff in meinen Kopf zu bekommen.

Wie das immer so ist, habe ich Samstag dermassen die Quittung bekommen, dass gar nichts mehr ging. Ich wollte Lernen, die Kinder waren bei Freunden, mein Mann zu Hause… aber nichts ging mehr. Ich wollte nur noch heulen und weglaufen, alles abblasen und mich verkriechen. Irgendwann gab ich auf und ging eine Runde spazieren. In den Weinbergen ist es so ruhig, man kann den Blick schweifen lassen… Der Spaziergang erdete mich wieder ein bisschen und so beschloss ich mir einen Tag Pause zu gönnen.  Sonntags ging dann alles wieder etwas leichter.

Ach ja ehe ich es vergesse! Das Millchen hat in dieser Zeit entschieden keine Windel mehr zu brauchen. Wunderbar 😉

„Mama ich habe Kacka gemacht!“  🙂

Die folgende Woche verlief ruhiger, ich musste die Kinder hin und her fahren … trotz allem gelang es mir zu lernen. Ich war auch recht ruhig und selbstbewusst, immer wenn es mir zuviel wurde machte ich einen Spaziergang und tankte wieder etwas Kraft. Mein Mann entlastete mich  so weit es ging.

Am Montag den 18. schrieb ich dann meine ersten beiden Prüfungen, Arbeitsrecht Theorie und Praxis, es lief zwar nicht schlecht, besonders nach dem kurzen Brainstorming als der Prüfer kurz den Raum verliess 😉 Trotzdem war ich abends total am Ende und hätte fast am Bahnsteig losgeheult als der Zug mir vor der Nase wegfuhr. Ich war am Ende und  total verunsichert.

Dienstag lernte ich 12 Stunden, mein Mann musste die Kinder übernehmen und ich verzweifelte. Ich war drauf und dran aufzugeben. Ich hatte für den darauf folgenden Tag das ganze Arbeitsrecht zu lernen, auf Deutsch! ( Die anderen Examen sind alle auf Französich und so ist in dem Fall Deutsch fast eine Fremdsprache, mit all dem Fachjargon) Zusätzlich musste ich noch den Beamtenstatut büffeln, das Gehälter-und Pensionsgesetz und die Grundlagen unserer konstitutionellen Monarchie. Ich hatte den Eindruck das ganze noch nie gesehen zu haben und war total verzweifelt.

Ich trat trotz allem am Mittwoch an und absolvierte Schritt für Schritt eine Prüfung nach der anderen. Abends fühlte ich mich etwas erleichtert. Aber nach der Prüfung ist vor der Prüfung und so hatte ich am Donnerstag noch einmal richtig Stress. Budget und Auftragswesen, Wunderbar, ein Leckerbissen! Mein Kopf war voll… Ich quälte mich trotzdem dadurch 11 Stunden lang.

Freitag morgen dann ein Mémoire zu einem unbekannten Thema und mittags die letzte Prüfung. Ich dachte ich würde sterben. Ich stand dermassen unter Druck, zeitweise dachte ich mir kommt das Mittagessen wieder hoch. Ich hatte das Gefühl nichts mehr zu wissen, der ganze Druck der letzten Tage war zuviel,  ich dachte immer nur – du darfst das nicht vermasseln, nicht nach der ganzen Qual…. irgendwie stand ich es durch, ich habe rasend schnell geschrieben, aus Angst schlagartig alles zu vergessen. Ich war angeblich knallrot und mein Gesicht fühlte sich auch so an.

Alles in allem, ist es ok gelaufen ich wusste immer etwas zu schreiben, jetzt heisst es abwarten und Tee trinken. Gar nicht so einfach.

Ich war jedenfalls müde und gereizt und habe eine weitere Woche gebraucht um wieder in den Alltag zu finden und auch um wieder zu mir zu finden. Ich war wie kaltgestellt…

So war das. ( Sorry für den langen Text)

Mein Fazit war : Nie wieder! Ich hoffe, bestanden zu haben, alles andere würde mich arg in Verzweiflung stürzen.

Meinem Mann geht es den Umständen entsprechend gut, die Schmerzen sind fast weg, am Freitag hat er den ersten Nachsorgetermin beim Arzt, er hofft dann wider arbeiten zu dürfen. Das „Nichtstun“ drückt ihm verständlicherweise auf die Stimmung!

Die Kinder haben soweit alles unbeschadet überstanden. Das Millchen ist tagsüber sauber und für Das Mummelchen war die Spritze in Papas Popo das Highlight! 😉

Nun versuche ich das Tempo stark herunterzufahren, den Advent zu geniessen. Viel Schönes steht vor der Tür : Nikolaus, mein Geburtstag, Familientreffen und Weihnachten! Ich mag diese Zeit des Jahres sehr gerne.

Das neue Jahr beginnt dann hoffentlich mit einem Schmankerl : 4 Tage Amsterdam!

Und dann wird das Millchen auch schon 3!

Wahnsinn wie die Zeit vergeht!

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